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Oberöwisheim

 ein Dorf im Kraichgau

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1243 Jahre Oberöwisheim

Oberöwisheim ist ein Dorf mit circa 2000 Einwohnern und liegt im Tal des kleinen Kraichbaches einem Seitental des großen Kraichbaches inmitten der einzigartigen Hügellandschaft des Kraichgaus.

Erstmalig wurde das Dorf, im 3. Jahr Karls des Großen, 771 mit dem Namen Auvnisheim urkundlich erwähnt. Bis etwa im Jahr 1250 bildeten Ober- und Unteröwisheim mit Neuenbürg, einem kleinen Weiler östlich von Oberöwisheim eine Gemarkung. Danach ca. 1260 unterschied man zwischen  Ober- und Unteröwisheim. So wurde auch Neuenbürg um 1300 von der Urmarkung  Oberöwisheim getrennt nach dem es in Erbfolge an Hans  von Remchingen fiel.

Bereits um 780 wurde auf der Gemarkung Weinbau betrieben. Um 1200 fällt Oberöwisheim  an    die Grafen von Eberstein, 1409 erhält Wiprecht von Helmstatt von König Ruprecht von der Pfalz die  hohe Gerichtsbarkeit in Oberöwisheim. Die Herren von Helmstatt üben neben dem Domkapitel Speyer und verschiedenen Adelsfamilien die Teilherrschaft im Dorf aus.

Kaiser Karl IV. verlegt 1366 den Jahrmarkt von Oberöwisheim auf Betreiben des Bischofs von Speyer nach Bruchsal. Der Grund war, dass Oberöwisheim mit keiner Stadtmauer befestigt war. Bruchsal war zu dieser Zeit mit einer Stadtmauer umgeben und war eine Stadt des Speyerischen Domkapitels. So steht es in der kaiserlichen Urkunde.

Um 1420  wird die Kirche auf dem jetzigen Kirchberg erbaut und dem Hl. Mauritius geweiht. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Schloss der Herren von Helmstatt geplündert. Der 30 jährige Krieg 1618 – 1648 verschonte die Gemeinde weitestgehend. Erst gegen Ende des Krieges verwüsteten die Schweden das Dorf. Danach waren nur noch 8 Personen im Dorf ansässig.

Nach dem Hans von Helmstatt  die Reformation für seine Untertanen im Dorf einführte gab es  ab 1622    2 Pfarrer aber nur eine Kirche in Oberöwisheim, denn die Untertanen des Domkapitels  Speyer blieben katholisch. Diese Glaubensteilung führte zu Streitigkeiten wegen der Religionsausübung im einzigen Gotteshaus. Die Streitigkeiten eskalierten am 29. April 1653  mit einer handfesten Prügelei bei der, der lutherische Pfarrer den katholischen Pfarrer mit einer Flinte erschoss.  Der lutherische Pfarrer flüchtete und wurde nie mehr gesehen.

Auf der Gemarkung von Oberöwisheim befindet sich auch ein Iraelitischer Friedhof der im Jahre 1629 angelegt wurde, obwohl in Oberöwisheim zu keiner Zeit Juden lebten.  Hier wurden, unter anderen, die Toten jüdischen Glaubens aus den Nachbarortschaften wie Odenheim, Münzesheim, Menzingen und Gochsheim beerdigt.

Das Jahr 1707 wurde das schrecklichste Jahr in der Geschichte von Oberöwisheim. Kaum hatte sich der Ort von den Verwüstungen des 30 jährigen Krieges erholt, als im Juli 1707 die Franzosen einfielen und barbarisch hausten. Der französische General de Villars lies am 10. Juli 1707 das Dorf niederbrennen: Das Schloss, das Amtshaus, die Kirche gingen in Flammen auf. Der Kirchturm brannte so stark, dass das Metall der Glocken schmolz.

Im Jahre 1710 trat die Familie derer von Helmstatt wieder mit ihren Untertanen zum katholischen Glauben über so, dass der katholische Bevölkerungsanteil wieder grösser als der der Lutheraner war.

Es gab damals in Oberöwisheim 2 Gastwirtschaften  es war das Gasthaus „Zum rothen Kreuz“für die lutherischen und das Gasthaus „Zu den 3 Trauben“ für die katholischen Einwohner.

Nachdem die Mauritiuskirche nach der Zerstörung durch die Franzosen nicht mehr für Gottesdienste benutzbar war entschloss sich der speyerische katholische Amtmann für den Bau einer Kapelle diese wurde 1709 im heutigen Pfarrhausgarten erbaut  Die Lutheraner hielten ihre Gottesdienste bei gutem Wetter in der Ruine der Kirche und bei schlechtem Wetter oder in den Wintermonaten im Rathaus ab. Im Jahre 1714 schlossen beide Konfessionen ein Vergleich damit konnte mit dem Aufbau der Mauritiuskirche, zur gemeinsamen Nutzung, begonnen werden. Damit wurde der Konfessionshass zwar gemildert aber noch lange nicht beseitigt.

Im Jahre 1724 wurde das alte Rathaus abgerissen und durch ein neues größeres ersetzt. Im neuen Rathausgebäude waren unter anderem die Gemeindebäckerei, der Farrenstall mit Scheune und Armenwohnungen untergebracht. Das Dorf hatte zu dieser Zeit etwa 800 Einwohner. Das Domkapitel Speyer erwirbt 1750 den Anteil der Familien von Helmstatt und wird alleiniger Herr im Dorf. Das neue Speyerische Amtshaus wurde 1751 erbaut es ist bis heute das größte Gebäude im Dorf.  Als obersten Gerichtsherrn stand dem Domstift das Recht zu über Leben und Tod zu entscheiden. Mit der Errichtung eines Galgens 1765 auf dem Galgenberg, vor dem Dorf, setzte der Domstift ein deutlich sichtbares Zeichen.

Die Richtstätte auf dem Galgenberg lag auf der Hälfte des direkten Weges nach Zeutern.  Zeutern war schon ab 1241  speyerisch und erhielt vom König Rudolf von Habsburg 1286 die Stadtrechte verliehen. Somit hatte auch Zeutern eine  eigene Gerichtsbarkeit und lt. E. Hollerbach wurde der Oberöwisheimer Galgen auch vom Henker des Zeuterner hohen Gerichtes benutzt.

Auch unter der Herrschaft des Domstiftes bestand die Leibeigenschaft weiter. Der Leibeigene hatte die Verpflichtung zur Ansässigkeit. Wenn er das Dorf verlassen wollte, musste er sich freikaufen von all den Abgaben, die mit seiner Untertänigkeit verbunden waren. Dies war sogar der Fall, wenn er sich nur in einen Nachbarort verheiraten wollte, der zu einer anderen Herrschaft gehörte. Die Leibeigenschaft bestand bis zum Übergang der Herrschaft an das Großherzogtum Baden im Jahre 1803, denn alle rechtsrheinischen Besitztümer des Bistums Speyer fielen infolge der Napoleonischen Neuordnung,  an das Großherzogtum Baden.

AO 2013

 

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