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Oberöwisheim

 ein Dorf im Kraichgau

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Nachdem 1648 in Oberöwisheim nach Ende des 30 jährigen Krieges nur noch 8 Personen wohnten wurde auf Betreiben der Herren von Helmstatt  der Bevölkerungsverlust durch die Zuwanderung  von Familien aus der Schweiz, die der Lehre der Reformatoren Calvin und Zwingli folgten, wieder annähernd ausgeglichen. Das speyerische Domkapitel holte sich Zuwanderer aus dem katholischen Tiroler Außerfern, dem Gebiet um Reutte, Bichelbach und Lermoos am Fernpass ( Zugspitzgebiet ). Dies waren hauptsächlich Handwerker wie Maurer, Steinmetze und Zimmerleute. So finden wir heute noch eine ganze Reihe von Familiennamen, die sich aus dieser Zeit herleiten. Die Erbfolgekriege um die Pfalz führten wiederum 1689 und 1707 sowie 1734 zur Brandschatzung und Zerstörung des Dorfes wobei auch die Burg völlig zerstört wurde. Der Ortsadel, inzwischen waren neben den Herren von Helmstatt auch die Geschlechter derer von Sickingen, von Massenbach, von Sternenfels und von Berg zumindest Teilbesitzer, hatte seinen Stammsitz verloren. Das Domkapitel Speyer kaufte 1739 von dem evangelischen Herren von Berg seinen Teilbesitz am Dorf ab. Nachdem die Pfalz, als Lehensherr, das speyerische Gebiet in die reichsunmittelbare Selbständigkeit entlassen hatte, versuchte das Domkapitel Speyer den letzten Teil der Gemeinde zu erwerben. Dies geschah durch Ausnutzung einer besonderen Situation. 1748 übertrug das Domkapitel das Dorf Diedelsheim an den Kurfürsten von der Pfalz der im Gegenzug seine Herrschaft am helmstättischen Teil von Oberöwisheim Speyer überließ. Nun ließ das Domkapitel  nichts unversucht die Herren von Helmstatt zum Verkauf ihrer Anteile an Oberöwisheim zu bewegen. Dies gelang dann auch Speyer in dem es das Dorf Hochhausen am Neckar und 1/3 des Dorfes Kälbertshausen und außerdem eine Summe von 20000 Gulden den Herren von Helmstatt bot. Diese willigten ein und somit war das Domkapitel Speyer ab 1750 alleiniger Herr im Dorf Oberöwisheim. Das Domkapitel ging nun zügig an den Bau eines Zeichens seiner neuen Herrschaft. Nur ein Jahr nach Erwerb des letzten Fremdeigentums am Ort konnte das neue Amtshaus, unübersehbar im Ortszentrum unterhalb der ehemaligen Burg und am Weg zur Kirche gelegen, als stattlicher Barockbau bezogen werden.

Gut fünfzig Jahre wurde von 1751 an, vom Amtshaus das Geschick Oberöwisheims bestimmt. Hier saß der speyerische Amtmann, hier lag das Grundbuch und hierher musste man sich als Einwohner wenden, wenn es etwas zu regeln galt. Nach dem Frieden von Luneville und im Zuge der napoleonischen Flurbereinigung verlor das Domkapitel von Speyer seine rechtsrheinischen Gebiete und somit fiel fast das gesamte speyerische rechtsrheinische Eigentum, mit wenigen Ausnahmen, an das Großherzogtum Baden.

K. Freyer 2001 u. A. O. 2014

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