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Oberöwisheim

 ein Dorf im Kraichgau

AF108

Die Römer in unserem Tal.
 

Nachdem die Römer um 50 n. Chr. über den Rhein kamen und große Teile von Baden- Württemberg eroberten bauten sie auf einer Linie vom Taunus bis Regensburg im Süden den so genannten Limes. Einen Grenzwall von ca. 550 km Länge. Alle 200 - 500 Meter stand ein Wachturm. Entlang dieser Grenze wurden in regelmäßigen Abständen so genannte Kastelle erbaut. Dies waren Militärlager, ähnlich unserer Kasernen, mit einem Handwerker- und Händlerdorf, einem so genannten Vicus. Im Zuge der militärischen Besetzung wurde das Gebiet auch zivil besiedelt. So auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Das wichtigste Hauptrömerlager war Speyer von dort verlief eine Römerstrasse über Waghäusel nach Stettfeld. Dort kreuzte sich die Straße die von Mainz rechtsrheinisch der Bergstrasse entlang über Ladenburg, Wiesloch nach Ettlingen und Baden- Baden verlief, mit der Straße die von Speyer kommend nach Böckingen bei Heilbronn, mit einer Abzweigung in Höhe von Zeutern, über Öberöwisheim in Richtung Cannstatt, bis nach  Augsburg verlief. Stettfeld war eine wichtige Station, ein Vicus, an dieser Wegkreuzung, in Stettfeld gab es alles was gebraucht wurde. Es gab Gasthäuser,Händler, Handwerker und eine Ziegelei. Die Staße nach Böckingen und Cannstatt führte von Stettfeld aus zum bewaldeten Höhenrücken der von Ubstadt  nach Odenheim verläuft. Kurz vor dem Festplatz beim Zeutener Himmelreich zweigte die Strasse nach Canstatt ab, währen die Hauptstrasse nach Böckingen am Neckar geradeaus in nordöstlicher Richtung nach dem heutigen Odenheim weiter verlief. Dort war eine Mansio eine römische Siedlung die einen Tagesmarsch von Speyer entfernt lag. Dort rasteten und nächtigten die Soldaten und Handelsleute. Odenheim war damals schon eine kleinstädtische römische Siedlung. Die Herbergen und Rasthäuser lagen alle an der heutigen Eppingerstrasse, der so genannten Krautgasse. Hier wurden die Reit- und Zugtiere eingestellt und gefüttert. Hier wurden die Soldaten und Reisende verpflegt, konnten sich erfrischen in den vorhandenen Badeanstalten an der Badstubenwiese. Für die Versorgung der Herbergen und Gasthäuser mit Verpflegung sorgten die römischen Gutshöfe die zahlreich in den nahen Umgebung dieser Mansios errichtet wurden. Verdiente Soldaten der römischen Legionen die ihre Dienstzeit erfüllt hatten erhielten, sofern sie es wollten, als Dank ein großes Geländeareal  um einen solchen Gutshof (Villa rustica) zu errichten. Diese Einzelgehöfte lagen oft an leicht abfallenden Hängen in der Nähe einer Quelle oder Bachlaufes. Auf den umliegenden Feldern und Weiden wurde Getreide- und Viehzucht betrieben. So stand auch ein Gutshof am Ende unseres Tales in unmittelbarer Nähe der Quelle des kleinen Kraichbachs im heutigen Gewann Rechtenbach in der Nähe der Römerstrasse nach Böckingen und etwa 1,5 km vor dem Odenheimer Mansio. Der Gutsherr dieser Villa rustica nutzte den Wasserreichtum unseres Tales, fällte die im Talgrund stehenden Schwarzerlen, errichtete bei Steinackerbrücke einen Damm so, dass sich ein See von ca. 15 ha Größe aufstaute. So konnte schon 100 n. Chr. im großen Stil Fischzucht in unserem Tal betrieben werden. Frische Fische waren sicher eine Bereicherung der Speisekarte im nahe gelegenen Mansio von Odenheim. Nachdem der Römerkaiser Probius ab 232 n. Chr. den Weinbau in den klimatisch geeigneten Gebieten  Obergermaniens vorantrieb, wurde auch der Südhang des Hohbergs, in unmittelbarer Nähe des vorgenannten Sees, gerodet und mit der weißen Falernarebe bepflanzt. Also gab es vor 1800 Jahren auf Oberöwisheimer Gemarkung eine Rebfläche von ca. 5 ha. Wie vor schon erwähnt zweigte eine Römerstrasse nach Cannstatt von Stettfeld kommend  beim Himmelreichfestplatz in südöstlicher Richtung von der Hauptstrasse ab und führt über die Jaichhohle in die Gemarkung von Oberöwisheim hinein. Von Oberöwisheim aus zog sie am neuen Friedhof vorbei und querte dort den kleinen Kraichbach und zog durch die Holzklingenhohle Richtung Hühnerbüschle fortfolgend in Richtung Cannstatt. Auch hier im Bereich der Bachquerung musste das Tal trockengelegt und der Bach gefasst werden. Die gleiche Situation hatten die Römer bei der Querung des Neuenbürger  Baches. Dort musste ein Damm gebaut werden, über den dann die Straße verlief. Hinter dem Damm entstand ein See durch die Aufstauung des Bächleins. So entstanden dann die heutigen Gewannnamen “ Weiherweg u. Seeberg”. Weiter unten im Tal im Gewann  “ Ried” stand zur Römerzeit auch ein Gutshof in unmittelbarer Nähe des Neuenbürger Baches. Auch dort wurde Fischzucht betrieben, denn in der Nähe beim Mannengraben wurde der große Kraichbach zum See aufgestaut. Die Zeit des Friedens unter römischer Herrschaft dauerte von ca. 50 - 280 n. Chr. bis die einfallenden Alemannen die Römer über den Rhein zurückdrängten. Anstatt, dass sich die Alemannen die gemauerten Gehöfte und Siedlungen zu nutze machten, liesen sie die Gebäude verrotten und zerfallen. Das stattliche römische Gehöft am Rechtenbach musste der Siedlung der Sippe des Alaman weichen. Diese bauten ihre Häuser wieder vom Holz des nahen Waldes, ähnlich wie Gehöfte die man heute noch im Schwarzwald findet.

A. O. 2014     

 

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