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Oberöwisheim

 ein Dorf im Kraichgau

 

Der Zehntkeller.

Schräg gegenüber dem Amtshaus steht auf der Anhöhe unterhalb der katholischen Kirche das speyerische Zehnthaus mit dem Zehntkeller. Dieses Gebäude wurde schon Anno 1729 erbaut, nicht 1779 wie man die    Balkenklammerziffern an der Giebelwand verballhornt hat. Hinter dem Vorbau mit der großen Kellertüre verbirgt sich ein riesiger Keller getragen von einem Tonnengewölbe.  Der Keller hat eine Tiefe von 28 Meter, eine  Breite von 9,50 und eine Scheitelhöhe von  6,20 Meter und ein Raumvolumen von 1414 Kubikmeter. Nach 1803 wurde das Gebäude vom badischen Staat an Privat verkauft. Den mächtigen Keller teilte man in Parzellen auf. Letzte Eigentümererin war die Witwe von Schmiedemeister A. Wittmer.

Zenthkeller - Kopie

Diese vermachte 1936 das Gebäude der katholischen Kirchengemeinde. Bis Anfang der 1960 ziger Jahre wohnten 3 Familien in dem Haus. Danach baute es die Kirchengemeinde zum Gemeindehaus um. Der Zehntkeller  wurde im Jahre 1729 vom Zehntherrn dem Domkapitel Speyer erbaut. Zweiundzwanzig Jahre nach dem Schicksalsjahr 1707 als die Franzosen unter Marschall de Villars am 10. Juli das Dorf plünderten und barbarisch hausten. Danach wurde das Dorf niedergebrannt. Das alte Amtshaus, die Zehntscheune mit dem Zehntkeller, das evang. Pfarrhaus sowie die Schule und 70 Gebäude gingen in Flammen auf. Das alte Zehnthaus stand auf dem Areal des Amtshauses also hinter dem neuen Amtshaus  das 1751 erbaut wurde. Mit dem neuen Amtshaus wurde dann auch die Zehntscheune wieder aufgebaut.  In der Zehntscheune wurde die Naturalsteuer “Zehnt” hauptsächlich aber Getreide, Rüben etc. gelagert. Im Zehntkeller wurde der Weinzehnt sowie der Obstzehnt gelagert. Wein gab es in Oberöwisheim zu dieser Zeit im Überfluss, denn über die Hälfte der Feldmark war mit Reben bepflanzt. Im Dorf gab es 3 Weinkelter die 2 größten standen in der Nähe des Zehntkellers, die Kleineren hatte ihren Platz an der großen Friedhofsmauer. Schon seit altersher bestand die Besoldung des Pfarrers, aus dem Zehnt, neben 60 Gulden bares Geld sowie 12 Malter Roggen, 12 Malter Dinkel und 100 Büschel Stroh und 3 Fuder Wein, das waren rund 3600 Liter im Jahr. Wenn der katholische Pfarrer den Soldwein selber trinken wollte, hätte er täglich 10 Liter schaffen müssen. Auch mit seinem evangelischen Amtsbruder geteilt wären es für jeden immer noch 5 Liter gewesen.                 

A.O. 2014   

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